30.01.2020

Citiworks sieht Bewegung bei PPA

Eine gelungene Energiewende benötigt den weiteren erheblichen Ausbau von erneuerbaren Energien in Deutschland. Darüber sind sich Wissenschaft, Politik und Wirtschaft einig. Mit der Frage, wie für diesen Ausbau verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden können, beschäftigen sich jetzt die citiworks AG und eine europäische Großbank in einem gemeinsamen Projekt.

Dass die Erzeuger von Erneuerbaren Energien sich in Zukunft nicht mehr im gleichen Umfang wie in der Vergangenheit auf garantierte Einspeiseerlöse verlassen können, ist für die citiworks AG klar. Christian Stewens, Vorstand Handel bei citiworks AG, hat bezüglich der Folgen eine klare Meinung: „Das stellt die Finanzierung neuer Projekte im Bereich Erneuerbare Energien vor eine Vielzahl neuer Herausforderungen, denn bisher haben sie mit weitgehender finanzieller Sicherheit bezüglich der Erlöse rechnen können. Die Unsicherheit entsteht nicht nur aus der Frage, in welche Richtung sich der Strompreis an der Börse grundsätzlich entwickelt. Es geht auch um Zusammenhänge zwischen Last, Preis und Erzeugung in einzelnen Stunden im deutschen und europäischen Strommarkt“.

Nach seiner Auffassung lösen aber nicht nur der Markt, sondern auch mögliche politische Entwicklungen erhebliche Unsicherheit bezüglich der Preisentwicklung aus. Bisher sei beispielsweise in weiten Teilen der Energiewirtschaft große Übereinstimmung zu finden, dass spätestens ab Mitte dieses Jahrzehnts in Deutschland über einen wie auch immer gearteten Kapazitätsmechanismus gesprochen werden muss. Diese Überzeugung entsteht aus dem Verständnis, dass wegen des Kernenergie- und Kohleausstiegs für die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit dringend neue gesicherte – also überwiegend konventionelle - Kraftwerkskapazität erforderlich sein wird. Die erwartete Knappheit von Kapazität könnte zwar auch dazu beitragen, ausreichend hohe Preise in genügend Stunden eines Jahres für die Refinanzierung von Kraftwerksneubauprojekten auszulösen. Citiworks bezweifelt aber, dass viele Investoren das Risiko von nicht ausreichend stark steigenden Preisen über Zeiträume von 20 und mehr Jahren tragen würden. Ohne Kapazitätsmarkt wird es gegen Ende dieses Jahrzehnts deshalb schwierig, das bisher gewohnte Niveau der Versorgungssicherheit aufrecht zu erhalten.

Mit dieser Einschätzung weicht citiworks allerdings deutlich von dem vom Bundeswirtschaftsministerium unlängst veröffentlichten Versorgungssicherheitsbericht ab. In dem Bericht wird die Bedeutung von ausreichender nationaler Kapazitätsbereitstellung für die Versorgungssicherheit deutlicher als bisher relativiert. Bisher wurden Versorgungsunterbrechungen nahezu ausnahmslos durch Netzstörungen ausgelöst. Zur Bestimmung der erforderlichen Kraftwerkskapazität wurde in dem Bericht ein Rechenmodell, das den europäischen Energiemarkt und die Netztopologie abbildet, zugrunde gelegt. In diesem Modell wird toleriert, dass in Extremsituationen (in 0,06 %) auch trotz Imports zu wenige Kraftwerke für die Deckung des deutschen Bedarfs vorhanden sind. Zudem wird zugelassen, dass mit bis zu 20.000 MW fast ein Viertel des maximalen deutschen Strombedarfs aus dem Ausland importiert wird. Diese Importe entstehen dann zum Teil nicht etwa marktpreisgetrieben, also weil die Erzeugungskosten im Ausland günstiger wären, sondern weil in Deutschland schlicht keine Kapazitäten mehr verfügbar wären.

Der Bericht kommt mit diesen Hypothesen zu dem Schluss, dass zur Bereitstellung ausreichender Kapazität keine zusätzlichen Kraftwerke in Deutschland erforderlich sind. Weder Marktpreisentwicklung noch Regulierung in Deutschland werden zu einem Neubau von Kraftwerken als Ersatz für wegfallende Kraftwerke führen. Die Marktpreise werden basierend auf diesen Annahmen bis 2030 so niedrig bleiben, dass sich auf Basis der Preise ein Kraftwerksneubau nicht lohnt.

Die Ergebnisse des Berichts führen jedoch nicht nur zu einer erheblichen Verunsicherung bezüglich der zu erwarteten zukünftigen Kraftwerksrenditen, sie haben auch Folgen für die Refinanzierung Erneuerbarer Energien.

Denn Strompreise bleiben danach relativ niedrig, es kommt aber gelegentlich zu stärkeren Preisspitzen, da Knappheitssituationen zunehmen werden. Diese Preisspitzen treten vorrangig dann auf, wenn wenig Wind weht und die Sonne wenig scheint. Von diesen Preisspitzen werden die Renditen der Erneuerbaren Energien also weniger profitieren als diejenigen konventioneller Kraftwerke.

Die Konsequenz ist, dass der Marktwertfaktor, also das Verhältnis des Marktwertes von fluktuierender Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen zum Marktwert eines Grundlastbandes, dann voraussichtlich gegenüber heute sinken wird. Ob die Hypothesen im Bericht aber stimmen, ob die Toleranz bezüglich der Versorgungsunterbrechungen wirklich steigt, das wird erst die Zukunft zeigen.

Bereits heute müssen allerdings Antworten gefunden werden, auf welcher Basis sich für fluktuierende Erzeugung über einen langen Zeitraum in der Zukunft ein aktueller Marktpreis bilden kann. Sind beispielsweise Industriekunden bereit, im Gegenzug für günstige Beschaffungskosten einen Teil des Preisrisikos zu tragen?

Citiworks sieht hier langsam wachsendes Interesse auf Seiten der Industrie. Die Betreiber der EEG-Anlagen stehen ohnehin bereit und warten nur darauf, dass sich die Kunden in der Industrie für diese Qualität und die damit verbundene fluktuierende Erzeugung öffnen.

Eine spannende Frage, die citiworks jetzt intensiv bearbeitet, lautet: Gibt es Raum für eine Instanz außerhalb der klassischen Lieferkette, die bereit ist, in Risiken einzutreten und welche Rolle können und wollen Banken dabei spielen?

 

Über citiworks:

Die citiworks AG ist ein Energiehandels- und Energiedienstleistungsunternehmen. Seit 20 Jahren unterstützt citiworks Kunden aus dem Umfeld der Energieversorger, Stadtwerke und Netzbetreiber mit Ihrem umfassenden Dienstleistungsspektrum.

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Das Dienstleistungsangebot der citiworks umfasst den Zugang zu den Energiebörsen und zum OTC Markt, um lang-, mittel- und kurzfristige Produkte zu handeln, den automatisierten Kurzfristhandel zur Minimierung des Ausgleichsenergierisikos, Unterstützung oder Übernahme des Bilanzkreis- und 24/7 Fahrplanmanagements, Last- und Einspeiseprognose, Portfoliomanagement für Beschaffung und Erzeugung, wöchentliche Marktinformationen, sowie die Direktvermarktung Ihrer EEG-Anlagen.

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