Branchendialog Energiewirtschaft

Diagramm zeigt die Struktur des Unternehmensnetzwerks "Branchendialog Energiewirtschaft".

Der Branchendialog wurde im Januar 2023 auf Initiative von ENTEGA und EnBW mit Unterstützung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ins Leben gerufen und wurde von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) bzw. seit dem Juli 2026 vom UN Global Compact Netzwerk Deutschland koordiniert. Ziel ist es, Verantwortung für die Einhaltung von Menschenrechten zu übernehmen und Defizite in den Lieferketten aufzudecken. 

Besonders mit dem Inkrafttreten des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) sind Unternehmen verpflichtet, menschenrechtliche Risiken zu identifizieren und gegenzusteuern. Dies stellt angesichts komplexer, globaler Lieferketten und begrenzter Einflussmöglichkeiten, vor allem für kleinere Energieversorger, eine große Herausforderung dar. Um wirksam zu handeln, ist ein gemeinschaftliches Vorgehen der Branche notwendig. Der Branchendialog bündelt Kompetenzen und Ressourcen, um die Menschenrechts- und Umweltsituation in der Energiewirtschaft kontinuierlich zu verbessern.

Im Branchendialog treffen sich Vertreter des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, der Energiewirtschaft, von Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften und von zivilgesellschaftlichen Organisationen mit Expertise zu menschenrechtlichen Risiken in den Liefer- und Wertschöpfungsketten. 

Die Teilnehmer am Branchedialog verfassten eine gemeinsame Grundsatzvereinbarung und erstellten eine Analyse zu potenziellen menschenrechtlichen Risiken in der Energiewirtschaft, die gewissen Abständen überprüft und angepasst wird. Im Fokus der Risikoanalyse stehen für die Energiewende besonders relevante Bereiche wie Photovoltaik, Windenergie, Stromnetze, Batteriespeicher, Erdgas und Wasserstoff. Die gesamte Lieferkette – von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung – wurde betrachtet. 

In zwei vertiefenden Arbeitsgruppen wird aktuell an den Themen „Minimierung negativer Auswirkungen des Bauxitabbaus in Guinea“ und „Risikoprävention beim Bau und Betrieb energiewirtschaftlicher Infrastruktur“ gearbeitet. In den Arbeitsgruppen werden Leitfäden, Maßnahmenkataloge und Schulungsmaterialien erarbeitet und Kontakte zu weiteren Akteuren in der Lieferkette aufgebaut. Das Ziel ist, vorbeugende Maßnahmen in die Lieferketten einzubauen und umzusetzen. Außerdem sollen bei schwerwiegenden Verstößen geeignete Gegenmaßnahmen konzipiert und implementiert werden. Weitere Risikofelder werden regelmäßig geprüft, um sukzessiv die Verantwortung bei menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten zu erweitern.