ENTEGA stärkt wirtschaftliche Basis und investiert massiv in die Infrastruktur der Region
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DARMSTADT – Der Darmstädter Ökoenergie- und Telekommunikationsanbieter ENTEGA hat im Geschäftsjahr 2025 seine wirtschaftliche Stärke gefestigt und zugleich zentrale Weichen für die Transformation der Energie- und Infrastruktursysteme in Südhessen gestellt. In einem herausfordernden Umfeld mit geopolitischen Spannungen, volatilen Energiemärkten und anspruchsvoller Regulierung steigerte der Konzern seinen Rohertrag deutlich und übertraf die Ergebnisplanung.
Die Gesamtleistung des ENTEGA‑Konzerns lag 2025 bei 3.121 Mio. Euro. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) erreichte 121,7 Mio. Euro und lag damit 6,4 Mio. Euro über Plan. Der Konzerngewinn belief sich auf 46,4 Mio. Euro und übertraf den geplanten Wert um 2,8 Mio. Euro.
„Wir haben 2025 gezeigt, dass wir Wachstum, Investitionen und Stabilität gleichzeitig können“, sagte Thomas Schmidt, Vorstandsvorsitzender der ENTEGA AG. „Unsere Energie ist der Puls der Region – für eine lebenswerte Zukunft. Genau daran haben wir im vergangenen Jahr gearbeitet: Wir haben unsere wirtschaftliche Basis gestärkt und gleichzeitig massiv in die Infrastruktur von morgen investiert.“
Deutlich verbesserter Rohertrag – stabile Ertragslage
Im Geschäftsfeld Vertrieb spiegelt sich in den Umsatzerlösen insbesondere der gestiegene Stromabsatz im Geschäftskundenbereich wider. Im Handel führten Mengeneffekte und ein gesunkenes Preisniveau zu einem Umsatzrückgang. Im Geschäftsfeld Netze stiegen die Umsätze aus Netzentgelten und Umlagen, im Geschäftsfeld Erzeugung machte sich die positive Mengenentwicklung bemerkbar.
Der Materialaufwand sank gegenüber dem Vorjahr um 46,6 Mio. Euro bzw. 1,8 % auf 2.566,5 Mio. Euro, während die Gesamtleistung leicht um 0,3 % zunahm. Dadurch erhöhte sich der Rohertrag um 56,4 Mio. Euro. „Dass wir unseren Rohertrag deutlich steigern konnten, ist das Ergebnis eines konsequenten Portfoliomanagements und einer effizienten Kraftwerksbewirtschaftung“, so Schmidt.
Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 34,6 Mio. Euro und lagen damit 12,3 Mio. Euro über dem Vorjahr, insbesondere durch höhere Erträge aus Rückstellungsauflösungen. Die Personalaufwendungen stiegen im Konzern auf 233,3 Mio. Euro (Vorjahr: 221,8 Mio. Euro). Dies entspricht einem Plus von 5,2 % und resultiert aus Tarifsteigerungen sowie einem Anstieg der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl von 2.370 auf 2.458. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich auf 137,7 Mio. Euro.
„Wir investieren bewusst in Menschen, Prozesse und Systeme“, betonte Schmidt. „Wir wollen nicht nur zufriedene Kunden und Beschäftigte, sondern echte Fans unserer smarten Energie‑ und Infrastrukturlösungen. Das kostet zunächst, zahlt aber langfristig auf unsere Leistungsfähigkeit ein.“
Bilanzsumme gestiegen – Eigenkapitalaufbau bleibt zentral
Die Bilanzsumme des ENTEGA‑Konzerns lag zum 31. Dezember 2025 bei 2,5 Mrd. Euro und damit deutlich über dem Vorjahreswert. Das Anlagevermögen – weiterhin prägend für die Aktivseite – wuchs um 93,5 Mio. Euro bzw. 7,2 %.
Das Umlaufvermögen stieg auf etwas mehr als 1 Mrd. Euro; das Plus von 222,6 Mio. Euro ist vor allem auf den höheren Bestand an flüssigen Mitteln (+212,1 Mio. Euro) infolge erfolgreich umgesetzter Refinanzierungsmaßnahmen zurückzuführen. Das Konzerneigenkapital erhöhte sich um 14,4 Mio. Euro bzw. 4,8 % auf 315,3 Mio. Euro. Die wirtschaftliche Konzerneigenkapitalquote sank aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme von 19,1 % auf 17,8 %.
„Wir haben unsere Eigenkapitalbasis in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, müssen sie aber weiter stärken“, sagte Schmidt. „Die Wärmewende, der Glasfaserausbau und der massive Ausbau sowie die Digitalisierung der Stromverteilnetze werden nur gelingen, wenn wir auch zukünftig aus eigener Kraft investieren können. Unsere Botschaft ist klar: Wir wachsen kontrolliert, solide und mit einem langen Atem.“
Rekordinvestitionen und klare Mittelfristplanung
Im Geschäftsjahr 2025 tätigte ENTEGA auf Konzernebene Investitionen in Höhe von 206,8 Mio. Euro. Für die Jahre 2026 bis 2030 sieht die Konzern-Mittelfristplanung ein Brutto-Investitionsvolumen von rund 1,1 Mrd. Euro vor. Die Mittel fließen in den Glasfaserausbau, die Ertüchtigung der Stromnetze, die Sanierung der Wasserleitungen und den Ausbau insbesondere des Darmstädter Fernwärmenetzes.
Transformation, Digitalisierung, Glasfaser
Im Bereich Erzeugung besitzt oder betreibt ENTEGA Windparks mit einer Leistung von fast 260 MW und Solarparks mit 48 MW. Allein 2025 wurden mit diesen Anlagen über 750 Mio. kWh Ökostrom erzeugt – genug, um rechnerisch rund 260.000 Haushalte mit grüner Energie zu versorgen und rund 595.000 Tonnen CO₂ zu vermeiden. ENTEGA wird den Ausbau erneuerbarer Energien künftig noch stärker regional ausrichten und zusätzliche Wind- und Solarprojekte realisieren, um die Energiewende vor Ort als integrierter Energie- und Infrastrukturpartner entschlossen voranzutreiben.
In der Wärmewende arbeitet ENTEGA eng mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt zusammen. Die kommunale Wärmeplanung, Ende 2025 beschlossen, stimmt in hohem Maße mit der Wärmestrategie von ENTEGA überein und bildet die Grundlage für den Ausbau des Fernwärmenetzes sowie die Umstrukturierung der Wärmeauskopplung des im Eigentum des ZAS stehenden Müllheizkraftwerks Darmstadt. Parallel befindet sich das Müllheizkraftwerk Wiesbaden in der finalen Bau- und Inbetriebnahmephase.
Am Osterwochenende 2026 stellte COUNT+CARE für die Stadtwerke Mainz und den ENTEGA‑Konzern die wichtigsten IT-Systeme für die Energieabrechnung auf SAP S/4HANA Utilities um. „Diese Umstellung war eine Operation am offenen Herzen unserer IT“, sagte Schmidt. „Damit schaffen wir die Grundlage für effizientere Prozesse, bessere Datenqualität und neue digitale Angebote.“
Parallel treibt ENTEGA den Glasfaserausbau in Südhessen voran – in Darmstadt sowie in den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Bergstraße und Odenwald. „Glasfaser ist für uns die Lebensader der digitalen Daseinsvorsorge“, so Schmidt. „Unsere Investitionen in Glasfaser sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit von Südhessen.“
Dividende auf Vorjahresniveau vorgeschlagen
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn der ENTEGA AG in Höhe von 152,1 Mio. Euro eine Dividende von 0,37 Euro je Aktie auszuschütten. Bei rund 86 Mio. Aktien entspricht dies einer Gesamtausschüttung von 31,7 Mio. Euro und liegt damit auf dem hohen Niveau der vergangenen Jahre.
„Wir wollen die Last der Transformation fair verteilen“, sagte Schmidt abschließend. „Wir investieren massiv in die Infrastruktur der Zukunft, stärken unsere Eigenkapitalbasis und lassen unsere Anteilseigner verlässlich an der Entwicklung teilhaben. Unsere Richtung ist klar: Unsere Energie ist der Puls der Region – für eine lebenswerte Zukunft.“