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Pressemeldung

13.05.2026

Erstes Müllfeuer in der neuen Verbrennungslinie 4

MHKW Darmstadt erreicht wichtigen Meilenstein

Darmstadt. Die Modernisierung des Müllheizkraftwerks (MHKW) Darmstadt hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Am 13. Mai 2026 wurde in der neuen Verbrennungslinie 4 erstmals Restabfall verbrannt. Für die Menschen in Darmstadt, im Landkreis Darmstadt-Dieburg und im Odenwaldkreis ist das ein wichtiger Schritt hin zu einer langfristig sicheren, modernen und bezahlbaren Abfallentsorgung.

Mit dem erfolgreichen „ersten Müllfeuer“  schreitet das Projekt   innerhalb der heißen Inbetriebsetzung in die nächste Phase auf dem Weg zum späteren Regelbetrieb der modernisierten Anlage weiter. Der Zweckverband Abfallverwertung Südhessen (ZAS) sorgt damit dafür, dass die Entsorgung des Restmülls in der Region auch künftig für über eine Million Einwohner verlässlich gesichert bleibt.

 „Eine verlässliche Entsorgung des Restmülls ist keine Selbstverständlichkeit, sondern Teil moderner Daseinsvorsorge. Mit dem neuen Heizkessel stärken wir die Leistungsfähigkeit des Müllheizkraftwerks dauerhaft und investieren in eine Infrastruktur, auf die sich die Menschen in unserer Region jeden Tag verlassen können. Gleichzeitig verbinden wir Versorgungssicherheit mit mehr Effizienz und einem klaren Fokus auf Klima- und Ressourcenschutz“, betont Landrat Klaus Peter Schellhaas.

Stadtkämmerer André Schellenberg, stellvertretender Verbandsvorsitzender des ZAS, unterstreicht die Bedeutung des Projektes auch für die Bürgerinnen und Bürger der Wissenschaftsstadt Darmstadt: „Das Erreichen des ersten Müllfeuers der neuen Linie zeigt, dass wir beim MHKW gut im Zeitplan liegen. Für Darmstadt bedeutet das: eine verlässliche Entsorgung vor Ort, kurze Wege und eine Infrastruktur, die zum Klimaschutz und zur Wärmewende der Wissenschaftsstadt Darmstadt beitragen wird.“

Der Verbandsvorsteher des Müllabfuhr-Zweckverbandes Odenwald (MZVO), Bürgermeister Tassilo Schindler, ebenfalls stellvertretender Verbandsvorsitzender des ZAS, betont die Bedeutung des Umbauprojektes für den Odenwaldkreis. „Gerade für einen ländlich geprägten Raum wie den Odenwald ist es entscheidend, sich auf stabile und langfristige Lösungen verlassen zu können. Das modernisierte MHKW bietet genau diese Sicherheit – effizient, regional und zukunftsorientiert.

Der ZAS ist für die Entsorgung der nicht vermeidbaren Restabfälle aus Haushalten und Gewerbe in der Wissenschaftsstadt Darmstadt, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und dem Odenwaldkreis zuständig. Das MHKW spielt dabei eine zentrale Rolle: Es verwertet Restabfälle thermisch und erzeugt gleichzeitig Energie. Pro Jahr können ca. 225.000 Mg Abfall im MHKW verbrannt und verwertet werden. Gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern ist der ZAS für die sichere Entsorgung der Restabfälle von über 1 Million Einwohnern zuständig. 

Die Modernisierung des Standorts läuft seit März 2024 und soll bis Ende 2028 abgeschlossen werden. Ziel ist es, die Anlage technisch auf einen neuen Stand zu bringen, ihre Verfügbarkeit zu erhöhen und die Entsorgung in der Region dauerhaft abzusichern. Zudem soll ein effizienterer Betrieb dazu beitragen, die Gebühren stabil zu halten und die Energieausnutzung weiter zu verbessern.

Im ersten Bauabschnitt wurde die Müllverbrennungslinie 2 zurückgebaut und durch eine größere und leistungsstärkere Müllverbrennungslinie 4 ersetzt. Kondensat-, Kühlwasser-, Druckluft- und Speisewassersystem wurden parallel an die neuen Bedingungen angepasst. In einem zweiten Bauabschnitt ist geplant, die Müllverbrennungslinie 1 zurückzubauen und an den Platz der Linie 1 eine neue Klärschlamm-Monobehandlungsanlage mit einer Klärschlamm-Aschekonfektionierung zu errichten und diese mit dem Kessel der neuen Linie 4 zu koppeln.

Ein zusätzlicher Nutzen für Kommunen und Umwelt entsteht durch die künftig integrierte Klärschlammbehandlung. „Mit der Integration der Klärschlammbehandlung gehen wir einen entscheidenden Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft“, erklären Dr. Julia Klinger (Bereichsleiterin der ENTEGA AG) und Andreas Niedermaier (Vorstand Personal und Infrastruktur der ENTEGA AG), beide Geschäftsführer des ZAS. „Wir schaffen eine Lösung für die Region und gewinnen zugleich mit Phosphor einen wertvollen Rohstoff zurück.“ Die ENTEGA AG ist mit der Betriebs- und Geschäftsführung des ZAS beauftragt und zudem auch mit der Projektleitung des Projekts zum Umbau des Müllheizkraftwerks betraut.

Mit der neuen Anlage sollen rund 30 Kläranlagen in der Region eine verlässliche Entsorgungsperspektive erhalten. Hintergrund sind neue gesetzliche Anforderungen an die Klärschlammentsorgung. So müssen alle Kläranlagenbetreiber ab 01.01.2029 den im Klärschlamm enthaltenen Phosphor recyceln. Das Projekt wird dabei maßgeblich durch das Land Hessen unterstützt.

Auch während der Modernisierung bleibt die Entsorgungssicherheit gewährleistet. Die bestehende Verbrennungslinie 3 ist weiter in Betrieb, während ältere Anlagenteile schrittweise durch neue Technik ersetzt werden. Nach Abschluss aller Maßnahmen wird das MHKW über zwei moderne Verbrennungslinien sowie eine Anlage zur Klärschlammbehandlung verfügen und damit einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Abfallwirtschaft in der Region leisten.

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